|
ZUGESPITZT
|
|
|
von Dario Perera, Präsident Juso Thurgau
Wo man nur hinschaut, posieren schlanke Männer und Frauen, für Autos, Parfüms und andere Luxusartikel. Die Diskussion um ein schlankes Aussehen ist schon lange im Gang, und so manche Frau kann heute eher zu ihrem Gewicht stehen als noch vor ein paar Jahren. Ein Tabuthema ist das eigene Gewicht also nicht mehr. Fragen Sie selber in Ihrem Familien- oder Freundeskreis nach, und lancieren Sie die Gewichtsdiskussion. Der Frage, wie viel man wiege, wird vielleicht mit einem etwas seltsamen Blick begegnet, jedoch werden sich die meisten Personen dazu bereit erklären, ihr kleines Geheimnis zu lüften.
Und da jetzt das Eis gebrochen ist, kommen wir schon zum nächsten Thema: Und wie viel verdienst du? Geht dich doch nichts an, werden viele denken. Das gesellschaftliche Schweigen zum Thema Lohn ist nicht nur in bürgerlichen Kreisen verbreitet, sondern auch bei uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten.
Steht es uns wirklich zu, unsere Lohnverhältnisse im Verborgenen zu halten, sogar so weit, dass man nicht einmal die nächsten Familienangehörigen darüber informiert? Bringen wir die Lohndiskussion in die Gesellschaft. Sprechen wir darüber, dass Hunderttausende in der Schweiz zwar vollzeitbeschäftigt sind, jedoch zu wenig zum Leben haben! Darüber, dass Frauen trotz Gleichstellungsartikel in der Verfassung immer noch zu wenig verdienen! Darüber, dass die Lohnabhängigen Einbussen oder sogar Kündigungen „aus wirtschaftlichen Gründen“ befürchten müssen, während in den oberen Lohnetagen abgezockt wird!
Die bürgerlichen Parteien in Bern haben seit Beginn der momentanen Wirtschaftskrise gezeigt, dass sie kein Interesse daran haben, diese Probleme zu lösen. Geschäfte, die eine Lösung gegen die Abzockerei in unserem Land zum Ziel hatten, wurden im National- und Ständerat von den Bürgerlichen dezidiert und programmatisch abgelehnt.
Für die JUSO also höchste Zeit, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und eine Volksinitiative zu diesem Thema zu lancieren. Im Oktober 2009 lancierte die JUSO Schweiz die 1:12 Initiative, die fordert, dass in jedem Unternehmen eine Lohnbandbreite zwischen 1 und 12 eingeführt wird. Wir haben bereits 65'000 Unterschriften gesammelt. Noch knapp 60'000 Unterschriften – und die Schweiz bekommt die einmalige Möglichkeit, endlich dafür zu sorgen, dass in diesem Land die Lohngerechtigkeit nicht nur versprochen, sondern auch durchgesetzt wird.
Hilf mit, dieses Ziel zu erreichen, und unterschreibe noch heute die 1:12-Initiative! Denn die JUSO und die SP sind die einzigen Parteien, die endlich mit verbindlichen Regeln der Abzockerei Einhalt gebieten wollen!