Linksrum 1/2012

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Limericks

von Evi Schaad-Guhl

Zu Berlusconis Abgang:

Da gab’s einen: alt, geil, geliftet, abstrus.
Der war als Chef korrupt und än Gruus!
Bunga-Bunga sein Ziel
(als Programm nicht grad viel!)
Endlich zog man den Stecker, nun fehlt ihm der Pfuus!


Zu den Resultaten der eidgenössischen Wahlen:

Die SP im Plus
Das ist ein Genuss!
Mit Verve geht’s nun weiter
(Wir sind halt gescheiter!)
Und noch mehr Gewinn ein klares Muss!


SMS-Interview

von Benedikt Knobel

Der SMS-Talk mit Susanne Oberholzer, Linksrum-Redaktorin und SP-Wirbelwind. Viel Spass bei der Lektüre!




Mostblock: Betrachtungen aus der linken Ecke


Frohes, billiges Fest
von Claudio Rosso

Liebe Genossinnen und Genossen

Da hätten wir uns schon ein kleines bisschen gefreut, wenn der Volksparteiler Walter Hansjörg in den Bundesrat gewählt worden wäre, auch wenn dann vielleicht noch mehr Geld aus dem Lotteriefonds für die Festivitäten abgezügelt und zweckentfremdet worden wäre und sich die Künstler noch mehr aufgeregt hätten. Einsam aufgeregt, muss man leider sagen.
Habt ihr gewusst, dass sich die Parteien in ihren Programmen kaum Gedanken über Kunst und Kultur und deren Einfluss auf unser Leben machen? Auf der Homepage der SPS findet man Positionen die von Atom über soziale Sicherheit und Sport bis zu Umwelt und Waffen reichen, die Kultur aber fehlt. Die ist einfach selbstverständlich da. Ich treffe oft Genossinnen und Genossen im Konzert, im Kino oder an einer Ausstellung, auch in Institutionen jenseits der Grenze wie im Casinotheater Winterthur, dem Stadttheater St. Gallen oder dem Rosgarten-Museum in Konstanz sind mir schon Sozis über den Weg gelaufen. Kultur scheint uns Rote zu interessieren, nur haben wir keine Position dazu.
Mit Sportförderung dagegen punkten wir, Sport ist unverfänglich, da kann man sich so richtig austoben, Kultur dagegen steht bei Leuten, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, nicht wirklich hoch im Kurs. Also konsumiert man verstohlen, empört sich vielleicht am Rande, wenn Thomas Hirschhorns Ausstellungen im Ausland für so viel Irritationen sorgen, dass die politische Kaste der Pro Helvetia präventiv ans Bein pinkelt, damit so etwas nicht nochmal passiert. Ähnliche Strafaktionen gegen den Sport wären undenkbar, auch wenn die Hooligans ganze Stadien und Züge zerlegen, wenn sich die Skifahrer blamieren und die Fussballer sich nicht zu benehmen wissen.
Dabei wäre es so einfach gewesen, man hätte das Walter-Fest auch selbsttragend haben können, der Hansjörg hätte in einem modernen Krippenspiel den unehelichen Sohn von Eveline spielen können, der als Kuckuckskind von den beiden Hirten Christoph und Toni in den Stall geschmuggelt wird, ohne dass es der Zuppiger Joseph bemerkt hätte, weil er die Gaben der Könige zählen musste. Man hätte Eintritt verlangen können, drei ausverkaufte Vorstellungen hätten gereicht, um das Fest zu finanzieren.
Und in der Zeit hätten die Politiker nichts Dümmeres angestellt.




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