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BEZIRK ARBON

Bezirk Arbon

 

Wahlen im Bezirk Arbon

  • Inge Abegglen - Laienrichterin
  • Katharina Burri-Bräm - Suppleantin

Im Bezirk Arbon haben wir das Ziel, unsere zwei bisherigen Mandate zu verteidigen. Inge Abegglen, Arbon, tritt als langjährige, erfahrene und bewährte Laienrichterin wieder an. An Stelle von Mirjam Thierbach, Romanshorn, die als Ersatzlaienrichterin nicht mehr kandidiert, konnten wir Katharina Burri-Bräm, Amriswil, gewinnen. Wir freuen uns, mit diesen bekannten und versierten Frauen in den Wahlkampf zu steigen. Beide werden sich in einem Wahlkampf behaupten müssen, in dem es mehr Kandidierende gibt als Sitze zur Verfügung stehen.

Seit Claudius Graf-Schelling vor zehn Jahren von seinem Amt als Bezirksgerichtspräsident in den Regierungsrat wechselte, konnten wir keinen Berufsrichter oder keine Berufsrichterin mehr nominieren. Es fehlen uns im Bezirk Arbon seit Jahren ausgebildete Juristinnen und Juristen, die SP-nahe politisieren. Oder gibt es welche, die wir noch nicht entdeckt haben?

Moritz Michel
Präsident SP Bezirk Arbon

 

Inge Abegglen

 

Inge Abegglen - Laienrichterin

Ich wurde 2000 als Laienrichterin in das Bezirksgericht Arbon gewählt. In diesen zehn Jahren konnte ich mir eine grosse Erfahrung in der Beurteilung von Streitigkeiten oder strafbaren Handlungen aneignen.

Am Anfang waren unsere beiden Kinder noch in der Schule. Doch mittlerweile hat sich unsere familiäre Situation stark verändert. Unser 27-jähriger Sohn ist natürlich ausgeflogen, und unsere Tochter Nina haben wir vor drei Jahren verloren. Sie wurde uns durch einen plötzlichen Herztod entrissen. So hat sich unser Haushalt auf nunmehr zwei Personen reduziert.

Mein grosses Interesse gilt der zeitgenössischen Kunst; so engagiere ich mich seit vielen Jahren schon in der Kunsthalle Arbon.

Politisch schlägt mein Herz auf der rechten Seite, nämlich links. Gerechtigkeit, Solidarität und friedliches Zusammenleben sind mir sehr wichtig. Solidarität vor allem auch mit denen, die eher auf der Schattenseite des Lebens stehen. Als Vorstandsmitglied der SP-Frauengruppe und der SP Arbon, aber auch als Mitglied des Stadtparlamentes und des Grossen Rates des Kantons Thurgau möchte ich die Möglichkeiten, die sich mir dort bieten, nutzen, um für meine Ideale einzustehen.

Das Richteramt fordert eine rasche Auffassungsgabe, Freude am Abarbeiten grosser Aktenberge, aber auch zeitliche Flexibilität. Zudem braucht es grosse Lebenserfahrung, denn es geht immer und ausschliesslich um menschliche Schicksale. Ein guter Richter, eine gute Richterin sollte von sich sagen können: „Nichts Menschliches ist mir fremd“! Um ein gutes Urteil fällen zu können, benötigt es neben juristischem Wissen – damit geltende Gesetze ihre richtige Anwendung finden – auch die Beurteilung der Laienrichter. Sie bringen die Vielfalt unterschiedlicher Lebensentwürfe und Erfahrungen in das Urteil mit ein. Sie bieten Gewähr, dass sowohl den Opfern als auch den Tätern mit ihren individuellen Persönlichkeiten Rechnung getragen werden kann. Dank nebenamtlicher Richter (Laienrichter) wird ein gesundes Stück Lebens- und Berufserfahrung in die Gerichte hineingetragen. Ein gutes Urteil zeichnet sich dadurch aus, dass es von Opfern, Tätern, Klägern oder Beklagten schlussendlich akzeptiert und als gerecht empfunden werden kann.

Ich mache diese Arbeit sehr gerne, sie kommt meinem Bedürfnis nach Objektivität und Gerechtigkeit sehr entgegen. Dabei kann ich mich sowohl intellektuell, aber auch emotional einbringen, das macht mir Freude. Mit der neuen Prozessordnung wurde der Einsatz der Laienrichter massiv eingeschränkt. Ein völliger Verzicht liess sich jedoch nicht durchsetzen, weil eine Abschaffung der Laienrichter zu einer weiteren Entfremdung zwischen den „gewöhnlichen" Bürgern und der Welt der Rechtspflege beigetragen hätte.

 

Katharina Burri-Bräm

 

Katharina Burri-Bräm - Suppleantin

Mein Name ist Katharina Burri-Bräm. Ich bin 57 Jahre alt, verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und Ärztin. Vor 23 Jahren bin ich mit meiner Familie von Zürich in den Kanton Thurgau gezogen, um hier zu leben und als Frauenärztin zu arbeiten. Unterdessen bin ich hier heimisch geworden und fühle mich in einem guten Netz von Beziehungen aufgehoben.

Der Mensch an sich steht im Zentrum meines Interesses. Aber nicht nur der physisch-medizinische Mensch, sondern der Mensch als Ganzes, mit seiner Lebensgeschichte, seinen Wünschen, Schwierigkeiten und individuellen Entwicklungsmöglichkeiten. So habe ich mich auch in den letzten Jahren weitergebildet und ein zweites berufliches Standbein dazu gewonnen. Bei diesem befasse ich mich mit Psychosomatik und therapeutischer Arbeit, also genau einer Kombination all dieser Aspekte des Menschen.

Mein Werdegang
Ich bin in Dietikon im Limmattal mit zwei jüngeren Geschwistern aufgewachsen und habe dort die Primarschule besucht. Danach folgten 6 1/2 Jahre Gymnasium in Zürich mit Maturaabschluss und das Medizinstudium ebenfalls in Zürich. Die weitere Ausbildung zur Frauenärztin liess sich mit einem, später zwei Kleinkindern nicht ganz einfach gestalten. Es existierten damals keine Teilzeitstellen. Glücklicherweise hat mir mein Mann als Hausmann zwei Jahre lang den Rücken frei gehalten. Die eigene Praxis brachte dann die gewünschte Flexibilität und machte es möglich, auch Teilzeit zu arbeiten. So konnte ich die Berufsarbeit und die Familie leichter kombinieren.

Politische und ehrenamtliche Tätigkeiten
- Seit 1993 Mitglied der SP Thurgau (Sektion Amriswil)
- Seit 2007 Präsidentin der nordostschweizerischen Gesellschaft für Psychosomatik und psychosoziale Medizin
- Während 8 Jahren Mitglied der Betriebskomission der Benefo-Stiftung (Aufbau der Opferhilfe und Betreiben der Schwangerschaftsberatungsstelle)

Um in einem guten Gleichgewicht zu bleiben, ist es mir wichtig, nebst der Berufsarbeit auch Zeit für andere Interessen zu haben. Bewegung (Wandern, Yoga, Velofahren), Tango, Nähen, Fotografieren, Lesen, … – ja, da wäre noch mehr. Aber eben, oft mangelt es nur an der Zeit.

Wieso ich kandidiere
Für das Amt als Suppleantin kandidiere ich, weil ich mich gerne in eine ganz neue, interessante und wichtige Materie vertiefen möchte. Gerechtigkeit und rechtstaatliche Grundsätze sind mir wichtig. Ich bringe Menschenkenntnis mit, interessiere mich für die verschiedensten Lebens- – und damit auch Rechts- – Bereiche und bin geübt im Umgang mit komplexen Fragestellungen. Ich denke, dass ich damit das für diese Aufgabe nötige „Rüstzeug“ mitbringe.

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